Typologie der Chatbots - Der Personalfinder (Teil 5)

Sogenannte Human-Resources-Bots sind dazu da, um z.B. Datenbanken und soziale Medien nach geeigneten Bewerbern für die passende Arbeitsstelle zu durchsuchen. Die verschiedenen Möglichkeiten des Einsatzes dieser Bots möchten wir in diesem Artikel näher betrachten. Besonders für Unternehmen mit Schwierigkeiten gut qualifizierte Arbeitskräfte zu finden, mit überlasteten Personalabteilungen oder nicht optimalem Einsatz der bereits angestellten Mitarbeiter kann ein HR-Bot eine enorme Entlastung darstellen.

Unterstützung für Bewerber und Arbeitgeber

Ein HR-Bot kann eine beidseitige Hilfe darstellen; sowohl für das Unternehmen, als auch für den Bewerber. Er kann z.B. als “Career Bot“ auf der Karriereseite eines Unternehmens platziert werden und den Bewerber durch den Bewerbungsprozess leiten, als auch geeignete Stellen auf der Seite für ihn heraussuchen. So werden dem Arbeitsuchenden im besten Fall ein Teil des Aufwandes und eventuelle Unsicherheiten gleich abgenommen, ohne dass er die Personalabteilung kontaktieren muss oder gar eine unvollständige bzw. nicht wirklich auf die ausgeschriebene Stelle passende Bewerbung abschickt.

Auf Seite des Unternehmens kann ein “Staff Recommender“ als automatisiertes Empfehlungssystem geeignete Bewerber auf Grund ihrer öffentlich zugänglichen Daten – in den sozialen Medien und besonders auf XING – ausfindig machen und als Empfehlung an das Unternehmen weiterleiten.

Active Sourcing durch einen Bot?

Zeitaufwendiges Active Sourcing seitens der Personalabteilung kann an einen HR-Bot abgegeben werden. Ein solcher Bot müsste seitens des Unternehmens die Informationen über die ausgeschriebenen Stellen bekommen, um dann die sozialen Netzwerke und sonstige öffentliche Daten nach passenden Kandidaten zu durchsuchen und diese beispielsweise über einen Messenger zu kontaktieren. 

Produktiv assistieren statt Menschen ersetzen

Auch im weiteren Bewerbungsprozess kann ein HR-Bot die Personalabteilung entlasten, indem er Massen an Bewerbungen durchsieht und eine Vorauswahl an Bewerbungen trifft, welche sich am ehesten mit den vakanten Stellen abstimmen lassen.

Wichtig ist es daran zu denken, dass ein Chatbot als produktiver Assistent eingesetzt werden soll und nicht in etwa den Menschen komplett ersetzen soll. Personaler müssen also keine Sorge um ihre Arbeit haben. Schließlich muss der Aspekt der sozialen Stimmigkeit letzten Endes immer noch von Mensch zu Mensch geklärt werden.

Anwendungsfälle in der Verwaltung

Auf etliche Stellenangebote umfassenden Portalen wie KiTa-Stellen NRW oder karriere.nrw würde ein HR-Bot den gewünschten Effekt der beidseitigen Entlastung erfüllen. Bewerber müssen sich nicht durch unzählige Stellenangebote hangeln und das Land erhält komplettierte Bewerbungen von qualifizierten Arbeitskräften.

Verbesserung der HR-Prozesse

HR-Bots können generell für eine schnellere Entscheidungsfindung von Bewerbern sorgen, da sie rund um die Uhr antworten und auch doppelt gestellte Fragen seitens der Bewerber kein Problem darstellen. Wichtige Informationen für Bewerber gehen so nicht verloren, wie es bei einer Flut von Dokumenten in E-Mails passieren kann.

Zudem sind die Bots in der Lage Daten über z.B. sehr häufig gestellte Fragen zu sammeln, welche wohlmöglich auf Verbesserungsmöglichkeiten auf der Website des Unternehmens etc. hinweisen können.

Mit einem HR-Bot kann also eine ganzheitliche Verbesserung der HR-Prozesse eingeleitet werden. 

Literatur:

T. Weitzel Recruiting wird mobil und sozial, 2017

D. A. Hahn Kollege Chatbot, 2017

Chatbots im Recruiting – einen ersten HR Jobbot via Facebook Messenger testen