Gute Bots, böse Bots und nützliche Bots (Teil 1)

Mit den anstehenden Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen im Mai und der Bundestagswahl im September 2017 rücken Bots zunehmend in den Fokus der Öffentlichkeit. Waren vor einigen Jahren noch technische Probleme wie die mangelnde Reife der künstlichen Intelligenz Ursache für unzufriedene und misstrauische Nutzer, so sind es heute Nachrichten rund um die Meinungsbots (Social Bots) im US-Wahlkampf oder Erfahrungen mit Werbebots in Sozialen Netzwerken, die die Ängste der Bürger speisen.

Gleichzeitig sind wir umgeben von Bots und intelligenten Agenten. Laut einem jüngst in der FAZ erschienenen Artikel über Meinungsbots auf Twitter machen Bots 51% des Internetverkehrs aus. Suchmaschinen nutzen seit Jahrzehnten Bots, um Webseiten zu indizieren. Algorithmen sortieren für uns den Spam aus dem Posteingang. Persönliche Digitalassistenten in unseren Smartphones und Navigationsgeräten helfen uns bei der Suche von Informationen, lesen uns im Auto SMS vor oder aggregieren verschiedene Nachrichtenquellen zu persönlichen Newsfeeds zusammen. Das Beispiel von Facebook's Ranking Algorithmus bringt die Problematik auf den Punkt: Wollen wir unsere Interessen von einer künstlichen Intelligenz bei der Auswahl der angezeigten Inhalte leiten lassen? Wer kontrolliert die Funktionsweise des Algorithmus? Würden wir ohne solche Filter in der digitalen Nachrichtenflut ertrinken? Was passiert mit unseren Daten, die von den Algorithmen der künstlichen Intelligenzen benötigt werden, damit wir relevante Informationen erhalten?

Messenger sind populär

Diese Fragen können wir nicht abschließend beantworten. Wir beobachten jedoch seit einigen Jahren, dass heranwachsende Jugendliche lieber Messenger Dienste nutzen anstatt zu telefonieren. So ist es wenig überraschend, dass technische Vorreiter-Medien wie der Heise Verlag Ihre Nachrichten-Aggregatoren direkt als Bots für WhatsApp, Telegram und Facebook anbieten. Die Beliebtheit von WeChat in China bestätigt die Annahme eines globalen Megatrends. Der kritische Diskurs und die Sorgen der Bevölkerung können hier einen Weg aufzeigen, Nutzen und Datenschutz unter einen Hut zu bekommen. Die zunehmende Beliebtheit moderner und sicherer Messenger wie Telegram, Threema und Wire belegt eine solche Entwicklung für Deutschland.

Besondere Anforderungen an Chatbots im öffentlichen Sektor

Nun sind die Anforderungen für den öffentlichen Sektor nochmals andere als in der freien Wirtschaft, um Bürgerservices mittels künstlicher Intelligenz und Bots anzubieten: Besonders Sicherheitsaspekte wie das Hosten der Daten in BSI-zertifizierten Rechenzentren oder die Überprüfbarkeit der Algorithmen durch eine Open Source-Strategie sind hier wichtiger. Grundsätzlich sollte eher die Nützlichkeit von Bots im Vordergrund stehen in der gesamten Diskussion rund um "Bots".

Wir werden im folgenden Blogartikel den GovBot vorstellen, der dem Bürger als nützlicher Helfer zur Seite steht und als dialogischer E-Government-Ansatz die in diesem Artikel aufgeworfenen Problemstellungen in adäquater Weise beantwortet.